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Klimawandel: „Im Himalaya schmilzt der Schnee“

Gossner-Konferenz: „Auch Kirchen müssen sich engagieren“

Der Klimawandel trifft die Menschen im globalen Süden besonders hart. Darüber waren sich die Teilnehmenden einer internationalen Video-Konferenz einig, zu der die Gossner Mission eingeladen hatte. „Die weißen Berge des Himalaya werden bald nicht mehr weiß sein; der Schnee schmilzt dahin“, schilderte etwa Kapil Sharma (Foto unten) die dramatischen Veränderungen in seiner Heimat Nepal. „Auch die Kirchen sind gefragt, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und selbst Strategien zu entwickeln“, betonte Bischof Johnson Gakumba aus Uganda. In vielen afrikanischen Ländern seien vor allem das Abholzen von Wäldern und die traditionelle Weise des Kochens mit Holzkohle problematisch.


Der Klimawandel hat die Menschen im globalen Süden längst erreicht. Und er bedroht das Überleben vieler. „Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr 300.000 Menschen an den Auswirkungen, vor allem durch zunehmende Dürren und Überschwemmungen“, so Expertin Bal Kumari Gurung von der Gossner-Partnerin United Mission to Nepal (UMN) in Kathmandu. „Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Küstennähe. Viele Menschen werden vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein und umgesiedelt werden müssen.“

Aber die Folgen reichen tiefer. Etwa ein Drittel des Bodens weltweit sei aufgrund von übermäßigem Düngemittel-Einsatz und der wachsenden Müllberge nicht mehr für den Anbau von Nahrungsmitteln geeignet. Hinzu komme die Luft- und Wasserverschmutzung. Bal Kumari: „Die Trinkwasserversorgung von einer Milliarde Menschen ist gefährdet Außerdem steigt die Gefahr von Unterernährung; Krankheiten breiten sich aus.“ Ihr Fazit: „Die Armen, insbesondere in den Entwicklungsländern, leiden ganz besonders!“

Das treffe längst schon auf Nepal zu: Während im Flachland des Terai die Gefahr von Überflutungen steigt, kommt es in den Bergen zur Gletscherschmelze, zu Lawinen und zunehmender Dürre. Damit steigt auch die Waldbrandgefahr.

Ähnliches beobachtet Pfarrerin Mable Sichali in Sambia. „Einerseits Dürren, andererseits Überschwemmungen.“ Ihre Kirche engagiert sich: Die United Church of Zambia (UCZ) kämpft gegen Abholzung an und gibt Ratschläge fürs Wieder-Aufforsten, und sie hilft ganz konkret mit Nahrungsmittelhilfe, wenn Familien aufgrund von Trockenheit unter Ernteausfällen leiden.

„Der Klimawandel trifft Frauen und Männer unterschiedlich stark“, weisen die Gesprächsteilnehmer von der United Church of Uganda auf weiteren Aspekt hin. „Frauen auf dem Land, die für Haus und Feld zuständig sind und das Wasser aus immer größeren Entfernungen heranholen müssen, sind besonders vulnerabel.“ Die Diözesen von Kitgum und Nord-Uganda bemühen sich, die Menschen vor Ort für die Fragen des Klimawandels zu sensibilisieren. Sie klären auf: in Radio-Sendungen und im Gottesdienst. „Die Stärke der Kirche ist ja, dass sie in den Gemeinden – über Predigten und Hausbesuche – viele Menschen erreichen kann!“

Die Gossner Kirche in Indien könne da noch einiges lernen, betont Mukut Bodra, Gossner-Mitarbeiter in Ranchi (Indien). Gerade auf dem Land sei ein Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels kaum vorhanden.

„Das Zusammenkommen und der Austausch in der Gossner-Community dient dazu, voneinander zu hören und miteinander Pläne zu entwickeln“, so Gossner-Vorsitzender Dr. Helmut Kirschstein zum Ende der Videokonferenz. „Die Erde ist unsere Mutter“, fasst Bischof Johnson Gakumba aus Nord-Uganda schließlich zusammen. „Daher tun wir alles, um die Natur zu schützen.“
(Berlin, 31.08.2021)

Hier finden Sie einen Zusammenschnitt der Video-Konferenz (30:35 min.) >> 

Fotos: 
- Bergregion in Nepal. (Foto: UMN)
- Kapil Sharma: "Bald wird der Himalaya nicht mehr weiß sein." (Foto: HDCS)



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