Gossner Mission fördert Arbeit mit 15.000 Euro pro Jahr
An der Seite der Schwachen der Gesellschaft: „Die Arbeit des YMCA Ranchi ist beeindruckend“, betont Direktor Christian Reiser. Die Gossner Mission fördert die Arbeit der Familienzentren in den Armutsvierteln mit jährlich 15.000 Euro.
Knapp zwei Wochen lang hielt sich Direktor Christian Reiser Anfang Februar auf Einladung des YMCA Ranchi in Indien auf. Zum Abschluss der Partner- und Projektreise sprach er mit YMCA-Manager Ashish Topno, Projektkoordinatorin Sheetal Kerketta sowie der weltwärts-Freiwilligen Salome Umlauff über die Arbeit im „Urban Community Development Program (UCDP)“ in Ranchi.
Christian Reiser: UCPD – Was steckt hinter dem Namen?
Sheetal Kerketta: Der YMCA unterhält sechs Familienzentren in verschiedenen Armutsvierteln in Ranchi. Wir bieten dort Bildung an, aber auch Bewusstseinstraining und handwerkliche Ausbildungskurse. Viele Frauen in diesen Vierteln arbeiten zu Hause. Wir wollen ihr Selbstbewusstsein stärken und ihnen den Weg zu einer selbständigen Beschäftigung ebnen.
Ashish Topno: Im Laufe der Jahre hat der YMCA Ranchi 5000 junge Menschen aus den Slums mit Stipendien unterstützt, so dass sie höhere Schulen oder die Universität besuchen konnten. Es ist immens wichtig, dass die Menschen erkennen, dass nur Bildung ihnen Perspektiven bietet!
Christian Reiser: Ihr drei habt unterschiedliche Aufgaben im UCDP. Was gefällt euch besonders?
Sheetal Kerketta: Besonders gut gefällt mir, dass wir verschiedene gesellschaftliche Gruppen unterstützen. Mal arbeite ich mit Kindern in der Vorschule, mal mit ganzen Familien und mal mit alten Menschen.
Ashish Topno: In den Zentren arbeiten wir mit Menschen aus verschiedenen Religionen zusammen: mit Muslimen, Hindus, Christen sowie mit Sarna, die der ursprünglichen Religion der Adivasi anhängen. Das fördert Toleranz und den friedlichen Umgang miteinander.
Salome Umlauff: Indien ist sehr vielfältig! Das kriege ich in den verschiedenen Zentren sehr direkt mit. In Deutschland ist Bildung kostenlos und der Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern garantiert. Hier ist das anders. Ich bin froh, dass mir das Freiwilligenprogramm die Möglichkeit gibt, hier Einblick zu nehmen.
Christian Reiser: Wie sieht die Arbeit in den sechs Zentren konkret aus?
Ashish Topno: Morgens kommen die Kinder zur Vorschule; mittags erhalten sie dort eine Mahlzeit und Obst. Nachmittags bieten Lehrerinnen Kurse im Nähen an. Und am Abend kommen Schulkinder zum Nachhilfe-Unterricht. Unser Ziel ist, dass die Kinder aus armen Familien im Schulunterricht nicht abgehängt werden. Außerdem bieten die Zentren Health Camps und Trainingskurse an.
Sheetal Kerketta: Das Programm ist in allen Zentren gleich, aber die Menschen, die in den Vierteln wohnen, sind sehr unterschiedlich. Im Slum von Islamnagar sind es vor allem Muslime. In Jaganathpur sind es meist Hindus, die aus Nord-Bihar oder Orissa nach Ranchi migriert sind. In Cuthia dagegen leben viele illegale Einwanderer:innen aus ländlichen Regionen.
Christian Reiser: Wie hat das alles begonnen? Und wie könnt ihr die Arbeit in den Slumzentren finanzieren?
Ashish Topno: Es begann mit zwei kleinen Zimmern. In einem lebte der Generalsekretär des YMCA und in dem anderen trafen sich die Menschen aus der Gegend. Es gab damals eine Lepra-Kolonie dort, und die Betroffenen fanden Hilfe beim YMCA. Die Finanzierung ist heute in der Tat ein Problem. (…) Deshalb sind wir dankbar, dass wir neue Förderer in Deutschland gefunden haben. Seit 2025 ist die Gossner Mission unser größter und wichtigster Geldgeber. Dafür sind wir sehr dankbar.
Christian Reiser: In Deutschland fragen sich manche Menschen, warum die Gossner Mission Projekte in Indien unterstützt. Es gibt doch viel Reichtum dort, ein Land mit enormer Wirtschaftskraft und vielen Millionären.
Sheetal Kerketta: Sicherlich! Aber wie in Deutschland auch wächst dadurch die Ungleichheit. Die Armen sind die Verlierer. Die Chancen für einfache Arbeiter:innen, einen Job zu finden, werden immer geringer. Heute braucht es einen Schulabschluss – und den haben die Menschen in den Slums oftmals nicht. Deshalb ist unsere Arbeit in den Vorschulen so wichtig. Gerade die Kleinen brauchen einen Zugang zu Bildung. Sonst haben sie keine Chance!
(…)
Das vollständige Interview lesen Sie in unserer Zeitschrift: „Gossner. 1/2026“ erscheint im April 2026.
An der Seite der Schwachen: Dafür ist der YMCA Ranchi auf Unterstützung angewiesen.
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So hilft Ihre Spende:
34 € kosten Schuluniform und Lehrmaterial für zwei Kinder im Jahr
60 € kostet der jährliche Gesundheitscheck für 30 Kinder in einer Vorschule
450 € beträgt das Gehalt einer Erzieherin pro Schulhalbjahr
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Gossner Mission, Evangelische Bank
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Kennwort: Indien – Bildung