Kinder in Govindpur hoffen auf Martha-Tag

Martha-Kindergarten in Govindpur.
Kindergarten in Govindpur. © Mukut Bodra

Martha-Kindergarten verspricht individuelle Förderung

Der dritte Martha-Kindergarten in Indien nimmt Gestalt an: Am 25. Juni, dem Martha-Tag, soll die Einrichtung im ländlichen Govindpur eröffnet werden – und dann 100 Kindern einen Platz bieten.

In Govindpur wird zurzeit kräftig gebaut. „Endlich!“, freut sich Mukut Bodra, Mitarbeiter der Gossner Mission in Indien. In der Tat zogen sich die Bauarbeiten lange hin: Zunächst führte die Corona-Pandemie einen langen Baustopp herbei; dann gab es Probleme mit der Bau-Firma; eine neue Firma konnte lange Zeit nicht gefunden werden.

„Aber nun hoffen wir alle auf die Eröffnung pünktlich zum Martha-Tag“, betont Gossner-Direktor Christian Reiser.

„Martha” hieß das erste, am 25. Juni 1846 von Gossner-Missionaren getaufte Kind in Indien. Der Tag wird noch heute in den Gemeinden der Gossner Kirche feierlich begangen. Nach „Martha“ sind auch die neuen Kindergärten der Gossner Kirche benannt.

Kreatives Lernen statt langes Stillsitzen

Diese setzen auf zeitgemäße Pädagogik nach deutschem Vorbild. Ein Großteil der Mädchen und Jungen kommen aus armen Verhältnissen; ihre Eltern arbeiten als Tagelöhner oder Rikscha-Fahrer oder – wie in Govindpur – als Kleinbauern, die auf kleinen Feldern Subsistenzlandwirtschaft betreiben. Diese Eltern bezahlen einen Beitrag, der sich an ihrem geringen Einkommen orientiert. Die anderen „Martha-Kinder” dagegen kommen aus besser situierten Familien und zahlen entsprechend mehr.

Was ist nun das Besondere der Martha-Kindergärten? „Dort starten die Mädchen und Jungen spielerisch und kreativ in die Welt des Lernens“, so Mukut Bodra. Das sei in Indien eher ungewöhnlich. „In vielen staatlichen Vorschulen werden Kinder noch heute zu Frontalunterricht und zum disziplinierten Stillsitzen gezwungen. Individuelle frühkindliche Förderung kommt viel zu kurz.“

Zwei Martha-Kindergärten wurden bislang realisiert: je einer in Ranchi (2011) und in Chaibasa (2019); der dritte entsteht nun in Govindpur.

Kindergarten ergänzt großes Bildungsangebot in Govindpur

Das ländliche Govindpur gilt als Bildungszentrum der Kirche, seitdem Gossner-Missionare dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Arbeit aufnahmen. Auf dem großen Gelände befinden sich vier Schulen für Mädchen und Jungen sowie eine weiterführende Schule und ein College.

Für die Gossner Kirche ist Govindpur zudem ein wichtiger Standort, weil sich dort die Ausbildungsstätte ihrer Diakone und Diakoninnen befindet. Diese sammeln hier in ihrer dreijährigen theologischen Grundausbildung intensive praktische Lernerfahrungen in der Landwirtschaft.

Der neue Martha-Kindergarten wird mit kräftiger Unterstützung der PATRIZIA Children Foundation realisiert, die mit 75.000 Euro etwa drei Viertel der Baukosten übernommen hat.  

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