Erdbeben-Opfer im Hospital Chaurjahari

Erdbeben-Verletzte in Chaurjahari. ©Thomas Meier

Erdbeben überraschte die Menschen im Schlaf

Kälte, Hunger und Angst vor Nachbeben: In der Nacht zum 4. November hat ein Erdbeben der Stärke 6,4 die Himalaya-Region erschüttert. Mehr als 150 Tote wurden bislang geborgen, Tausende wurden obdachlos. Das Hospital Chaurjahari kümmert sich um die Verletzten.

Das Erdbeben überraschte die Menschen im Schlaf. Nach Angaben der nepalesischen Polizei wurden allein in der Provinz Jajarkot rund 4000 Häuser ganz oder teilweise zerstört. Das sei aber nur eine vorläufige Schätzung.

„Viele Häuser hier sind traditionell aus Stein und Lehm gebaut“, betont Dil Giri, Geschäftsführer des Krankenhauses Chaurjahari, das nur 25 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt. „Das könnte der Grund für die vielen Schäden und die hohe Zahl der Verletzten sein.“ Die Polizei geht davon aus, dass sich die Zahlen noch verschlimmern werden.

Chaurjahari: Tag und Nacht im Einsatz

„Unser Krankenhaus war zum Glück nicht betroffen“, so Dil Giri weiter. So sei das Hospital nun für die betroffene Region zur ersten Anlaufstelle geworden. Seit dem frühen Samstagmorgen treffen in Chaurjahari pausenlos Verletzte ein, die sich selbst dorthin schleppen oder dorthin gebracht werden.

Da noch immer viele Straßen durch Erdrutsche blockiert und Brücken zerstört sind, werden die Verletzten zum Teil mit Militär-Hubschraubern transportiert. Zudem hat das Militär zusätzliche Ärzte ins Krankenhaus entsandt, um das dortige Team bei der Erstversorgung zu unterstützen. „Wir alle hier sind Tag und Nacht im Einsatz!“, so Dil Giri.

Militärflugzeuge bringen Verletzte ins Hospital

Gemeinsam mit der örtlichen Polizei und dem Militär koordiniert das Krankenhausteam die Rettungs-, Hilfs- und Behandlungsmaßnahmen vor Ort. Zudem läuft nun auch die humanitäre Nothilfe des Krankenhauses an. Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Decken, Zelten und Hygienekits werden in die betroffenen Gemeinden gesandt. Denn in den Dörfern harren viele Menschen weiterhin im Freien aus – aus Angst vor weiteren Nachbeben.

Zum Zeitpunkt des Bebens hielten sich besonders viele Menschen in der Region auf. Denn aufgrund hoher hinduistischer Feiertage wie des Lichterfestes Diwali waren viele, die im Ausland oder in den Städten arbeiten, zu ihrer Familie in die Dörfer zurückgekehrt.

Die Himalaya-Region, in der Nepal liegt, ist geologisch äußerst aktiv. Dort schiebt sich die Indische Kontinentalplatte unter die Eurasische Platte. Dies führt immer wieder zu Beben, es gab bereits mehrere in den vergangenen Wochen. Das jüngste Erdbeben nun  war das schlimmste seit dem Erdbeben von April 2015, bei dem damals rund 9000 Menschen ums Leben kamen und Hunderttausende obdachlos wurden.

Die Gossner Mission unterstützt das Hospital Chaurjahari seit vielen Jahren.

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