„Healing Hands“: Dr. Elke Mascher stellt neues Programm vor
„Heilende Hände“: Unter diesem Motto startet das Hospital Chaurjahari in Nepal ein neues Programm für das laufende Jahr. Im Mittelpunkt stehen Familien, die zu arm sind, die Kosten einer Behandlung selbst zu tragen. Die Gossner Mission bittet um Spenden für das Vorhaben.
Vorsorgen, behandeln, beraten, stärken! Das Team des Hospitals Chaurjahari kümmert sich mit großem Engagement um die Menschen in der Region. Die Filderstädter Ärztin Dr. Elke Mascher hält sich zurzeit zu ihrem 19. Einsatz in Chaurjahari auf. Wir haben sie um ihre Eindrücke gebeten.
Liebe Frau Mascher, das Hospital Chaurjahari hat neue Pläne. Was bedeutet das neue Motto „Healing Hands in the Hills“ konkret?
Dr. Elke Mascher: Chaurjahari liegt in einer entlegenen und strukturschwachen Bergregion. Viele Menschen dort sind sich nicht bewusst, was moderne Medizin leisten kann, und viele kennen einfache Hygiene- oder Ernährungsregeln nicht. Daher ist es so wichtig, nicht nur zu behandeln – sondern zu informieren, zu beraten, zu impfen! Und deshalb gehen kleine Teams gezielt in die Dörfer und laden dort zu mobilen Sprechstunden ein. Diese „Health Camps“, die es schon lange gibt, sollen intensiviert werden. Natürlich ist das Hospital für die Behandlung all jener, die nicht selbst für die Kosten aufkommen können, auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Ein schönes Beispiel für die Bedeutung der „Health Camps“ ist die mobile Augenklinik. Viele unserer Unterstützerinnen und Unterstützer haben in den vergangenen Monaten ganz gezielt für die Augenuntersuchungen in den Bergen gespendet.
Elke Mascher: Dafür bin ich sehr dankbar! Denn diese Untersuchungen können wirklich Augenlicht retten! Etwa wenn es sich um Infektionen oder um den Grauen Star handelt. Ganz herzlichen Dank für alle Unterstützung!
Es gibt nun auch sogenannte „Schul-Health Camps".
Elke Mascher: Ja, kleine Teams gehen regelmäßig in die umliegenden Grundschulen. Sie untersuchen etwa Größe und Gewicht der Kinder, um zu sehen, ob sie mangelernährt sind. Außerdem Herz, Lunge, Nasenrachenraum und Ohren. Ein „Eye-Technician" – quasi ein Optiker – untersucht die Augen der Schüler:innen und fertigt bei Bedarf passende Brillen an. Er hat übrigens eine dreijährige, recht anspruchsvolle Ausbildung absolviert und leistet tolle Arbeit!
In einer E-Mail haben Sie uns eine recht dramatische Geschichte eines zehnjährigen Jungen erzählt.
Elke Mascher: Eine Geschichte, wie sie hier leider oft vorkommt! Bei einer dieser Schuluntersuchungen lernten meine Kollegen aus dem Hospital den kleinen Sami (Name geändert) kennen, der sich beim Spielen den linken Unterarm gebrochen hatte. Weil seine Eltern verstorben sind, lebt Sami bei seiner Großmutter. Und die Großmutter ist sehr arm und hat sich aus Angst vor möglichen Kosten nicht ins Krankenhaus getraut. Also schiente sie den Arm notdürftig mit Baumrinde. Das hätte zu schlimmen Infektionen führen können!
Aber das Chaurjahari-Team konnte die Großmutter von einer besseren Behandlung überzeugen?
Elke Mascher: Ja, meine Kollegen entfernten die Rinde, reinigten den Arm vorsichtig und stellten ihn zunächst ruhig. Zusammen mit der Großmutter wurde Sami dann im Hospital aufgenommen und operiert. Alle Kosten für den stationären Aufenthalt, die Operation sowie die Verpflegung wurden übrigens aus dem Wohltätigkeitsfonds des Hospitals beglichen, den die Gossner Mission ja maßgeblich unterstützt. Bei einer späteren Kontrolle war die Fraktur in guter Stellung verheilt – und Sami verabschiedete sich mit einem strahlenden „Namasté“! Das sind solche Geschichten, die uns hier in Nepal sehr zu Herzen gehen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Mutter-Kind-Gesundheit.
Dr. Elke Mascher: Ja, Schwangerenvorsorge ist vielen Frauen in den entfernten Bergsiedlungen noch unbekannt. Gerade auf diesem Gebiet leistet Chaurjahari Großartiges! Bei der Beratung geht es um Ernährung während der Schwangerschaft, um mögliche Komplikationen bei der Geburt und vieles mehr.
Aber noch immer entscheiden sich viele Frauen für eine Hausgeburt?
Dr. Elke Mascher: Immer mehr Familien suchen jetzt den Weg ins Hospital! Chaurjahari geht gegen die hohe Säuglingssterblichkeit in den Bergen gezielt vor. Und ist damit erfolgreich. Immer mehr junge Mütter suchen Hilfe bei der Entbindung. Immer mehr Babys kommen kräftiger und damit weniger krankheitsanfällig zur Welt. Ein wichtiger Anfang ist gemacht, aber es bleibt viel zu tun. Daher bitte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, von Herzen: Unterstützen Sie die Arbeit des Hospitals Chaurjahari mit Ihrer Spende und schenken Sie den Familien in den nepalischen Bergen Nächstenliebe, die lange, lange wirkt! Herzlichen Dank!
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Unser Spendenkonto:
Gossner Mission, Evangelische Bank
IBAN: DE35 5206 0410 0003 9014 91
Kennwort: Nepal – Hospital