Gossner-Partnerschaft garantiert Wind und Weite

Partnerplakette für Ludgerigemeinde in Norden, Ostfriesland.
Partnerplakette für Ludgeri.

Gossner Mission begrüßt 18 Partner in Ostfriesland

St. Victor in Victorbur und die Ludgerigemeinde in Norden freuen sich über die ersten Partnerplaketten! Insgesamt können sich 18 Gemeinden, Institutionen und Freundeskreisen in Ostfriesland zurzeit als „Partner der Gossner Mission" bezeichnen. 

Was heißt das nun konkret? „Schon seit 1836 gibt es enge Beziehungen zwischen Ostfriesland und der Gossner Mission“, wirft Vorsitzender Dr. Helmut Kirschstein zunächst einen Blick zurück in die lange Geschichte des Werkes. „Schließlich waren es laut Geschichte unseres Werkes sechs Handwerker aus Ostfriesland, die sich im 19. Jahrhundert nach Berlin aufmachten, um von Johannes Evangelista Goßner in die Mission entsandt zu werden…“ 

Eine Verbindung mit großer Tradition - und Zukunft

Also, wahrlich eine Verbindung mit Tradition! Das spiegelt sich auch in den heutigen Beziehungen wider. Drei Gossner-Freundeskreise gibt es in Ostfriesland, zahlreiche Kuratorinnen und Kuratoren des Werkes kommen aus dieser Region. Und: Zahlreiche Gemeinden und Institutionen tragen die Gossner-Arbeit mit - und beweisen einen “weiten Horizont”.

So etwa die „Gnadenkirche Tidofeld“, eine Dokumentationsstätte zu Flucht, Vertreibung und Integration und der anerkannte „Friedensort“ der Landeskirche Hannovers für die gesamte Kirchenregion Ostfriesland-Ems. So etwa die „Ostfriesische Landschaft“, die im Mittelalter als Ständevertretung gegründet wurde und sich heute den Themen Kultur, Wissenschaft und Bildung in Ostfriesland verpflichtet fühlt. So etwa das Evangelische Bildungszentrum Ostfriesland-Potshausen mit Angeboten zu politischen, ökologischen und pädagogischen Fragestellungen.

Hinzu kommen neun Kirchengemeinden – von Arle bis Strackholt – und die Katrin-Vorberg-Stiftung in Aurich, die schon seit vielen Jahren Gossner-Projekte in Indien finanziell unterstützt. 

„Ein breit gefächertes Netzwerk!“, betont Kirschstein. „Und so haben wir im vergangenen Jahr nach einer Möglichkeit gesucht, dieses nach außen sichtbar zu machen und eine Basis zu schaffen, die nachhaltig ist und in die Zukunft wirkt.“ 

Seit 2025 zahlreiche Partnerschaftsvereinbarungen geschlossen

Ergebnis dieser Überlegungen waren zum einen individuelle Partnerschaftsvereinbarungen, die zwischen der Gossner Mission und den einzelnen Partnerorganisationen geschlossen wurden. Darin verpflichten sie sich zur gegenseitigen Unterstützung. 

Das bedeutet etwa im Hinblick auf die „Gnadenkirche Tidofeld“, dass die Dokumentationsstätte in bewährter Zusammenarbeit mit der Gossner Mission weiterhin zu gemeinsamen Symposien oder „Erzählwerkstätten“ einladen wird. Bei diesen werden Lebensschicksale und historische sowie aktuelle Flucht-, Vertreibungs- und Migrationserfahrungen ins Gespräch gebracht.

Mit den Partnerschaftsvereinbarungen einher ging im Herbst 2025 die Gründung des „Gossner Netzwerks Ostfriesland“, in dem die einzelnen Partner-Organisationen mit Sitz und Stimme vertreten sind. Wie etwa die Kirchengemeinde Victorbur oder auch die Ludgerigemeinde in Norden. Beide Gemeinden haben bereits eine “Gossner-Partnerplakette” an ihren Gebäuden angebracht.

Für St. Victor zahlt sich die Partnerschaft nun gleich doppelt aus. Nicht nur wegen der schicken neuen Plakette am Eingang, sondern vor allem, weil die Gemeinde Ende Mai eine Praktikantin aus der indischen Gossner Kirche erwartet. Pfarrerin Elis Surin wird eine Woche lang in Victorbur zu Gast sein und Pastorin Andrea Düring-Hoogstraat bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. 

„Ich freue mich sehr auf diesen interkulturellen Austausch über Länder und Kontinente hinweg“, betont die Pastorin. „Nicht nur die Theologin aus Indien kann bei uns etwas lernen, sondern auch für unsere Gemeinde bietet ein solcher Besuch die Chance, über den Tellerrand hinaus zu schauen und ökumenische Weite zu leben. Wind und Weite – das ist schließlich Ostfriesland!“

Dickes Danke an Victorbur für den Spendenscheck 

Dass St. Victor bereit und offen ist für eine solche ökumenische Weite, das zeigt die Jugend der Gemeinde. Zum zweiten Mal hat sie in diesem Jahr eine Fastenaktion für den guten Zweck gestartet. Konkret hieß das: Kekse backen, gegen Spende abgeben – und damit 1000 Euro für den Martha-Kindergarten im indischen Govindpur einwerben. 

„So geht internationale Gemeinschaft; so geht Hilfe zur Selbsthilfe!“, freut sich Helmut Kirschstein, der den Spendenscheck in Victorbur selbst entgegennehmen durfte. „Das Beispiel Victorbur zeigt gut, dass beide Seiten vom neuen Netzwerk profitieren!“ 

Die aktuellen Gossner-Partnerorganisationen in Ostfriesland (PDF) >> 

Mehr zu den Hintergründen des Gossner-Netzwerks Ostfriesland >>