Musik mit Herz, Humor und großem Engagement
Viel Herz, Humor und Engagement: Die Gossner Mission trauert um Kantor Hartmut Grosch aus Rheinsberg, der am 22. Januar im Alter von 84 Jahren verstarb. Er blickte auf ein beeindruckendes Lebenswerk zurück, zu dem auch die Arbeit in Indien gehörte.
Rückblick. Hartmut Grosch war sich des feierlichen Augenblicks bewusst, als er die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entgegennahm. Er hatte dafür eigens einen indischen Anzug gewählt. „Darauf macht sich die Nadel besonders gut“, freute sich der damals 67-Jährige über die besondere Auszeichnung, die ihm für seine Verdienste in seiner Heimatstadt Rheinsberg, im Kirchenkreis Wittstock-Neuruppin und in Indien verliehen wurde.
Um kirchenmusikalischen Austausch verdient gemacht
Der Kantor hatte sich bei seinen Reisen zur indischen Gossner Kirche um den kirchenmusikalischen Austausch verdient gemacht. Er hatte Orgeln repariert und neue gebaut, hatte traditionelle Adivasi-Bhajans nach Deutschland mitgebracht und in Indien junge Menschen für die Kirchenmusik begeistert; einigen gar den Weg geebnet, damit sie selbst sich dem Orgelbau widmen und in der Gossner Kirche seine Aufgaben übernehmen konnten.
Wenige Wochen erst vor der Verleihung der Verdienstmedaille hatte er in Berlin einen jungen indischen Auszubildenden nach dreijähriger Qualifikation in „Orgelpflege und Orgelreparatur“ in die Heimat verabschiedet.
Von bleibender Bedeutung
„Hartmut Grosch hat den kirchenmusikalischen Austausch mit der indischen Gossner Kirche wesentlich getragen“, betonte der damalige Gossner-Direktor Dr. Ulrich Schöntube anlässlich der Verleihung. „In Indien bot Hartmut Grosch Singe-Wochenenden für Chorleiter und Pastor:innen an. Und im Gegenzug erlernte er viele indische Volkslieder und erfasste sie wahrscheinlich als erster in europäischer Notenschrift. Das wird von bleibender Bedeutung sein.“
Schöntube erinnerte an die Einweihung der Orgel, die in der Christuskirche in Ranchi von Grosch aufgebaut worden war: „Zum Gottesdienst um 6 Uhr früh hatten sich mehr als 1500 Menschen in und vor der Kirche versammelt. Es war ein erhebendes Gefühl, als die Gemeinde zu den Orgelklängen in das Lied `Nun danket alle Gott´ einstimmte. Die Christen aus Indien und Deutschland waren sichtbar und hörbar verbunden durch den Gesang.“
Ein großes Herz für die junge Generation
Auch daheim in Rheinsberg war Hartmut Grosch außerordentlich beliebt. Im Jahr 1989 hatte er dort die Kantorenstelle angetreten. Zu diesem Zeitpunkt blickte er u.a. auf eine Dozententätigkeit an der Kirchenmusikschule Greifswald zurück. Hunderte Studierende hatten seinen Unterricht genossen. Seinen Einfallsreichtum, sein Können, seine Improvisationskunst. Und seinen Humor, sein großes Herz für die junge Generation.
„Dieses große Herz bewies Hartmut Grosch auch bei seiner Arbeit in Indien“, so Gossner-Direktor Christian Reiser. „Und neben allem anderen war er auch ein Kommunikationsgenie. Ohne Englisch zu sprechen, konnte er sich in Indien erstaunlich klar verständlich machen. In der Gossner Kirche wird sein segensreiches Wirken unvergessen bleiben.“