Ebola-Ausbruch: Viele Menschen leben in Angst
Mit großer Sorge verfolgt die Gossner Mission die Situation in Uganda. Unsere Partnerkirche beruhigt: „Die Lage ist weniger dramatisch, als sie in den Medien dargestellt wird“, so Bischofssekretär Godfrey Acaye. Doch viele Menschen leben in Angst.
„Dass die Menschen in Uganda sehr beunruhigt sind, ist mehr als verständlich“, betont Oliver Fischer, Direktor der Gossner Mission. „In Gedanken und im Gebet sind wir bei all denen, die nun – erneut! – in Angst und Sorge leben.“
Im Februar hatte Oliver Fischer, damals noch Studienleiter am Predigerseminar Wittenberg, eine Gossner-Begegnungsreise in den Norden Ugandas begleitet. Tief beeindruckt kehrte er zurück. „Viele Menschen sind noch immer traumatisiert durch das Erleben von Gewalt und Zerstörung – durch das Terrorregime Idi Amins und durch den späteren Bürgerkrieg. Dass Ebola nun den Alltag und das gerade wieder wachsende Sicherheitsgefühl bedroht, das ist eine schreckliche Vorstellung.“
Mit Partnerkirche in engem Kontakt
Die Gossner Mission ist mit Vertretern der Church of Uganda kontinuierlich in Kontakt. „Einige vereinzelte Ebola-Fälle“, seien in Uganda bislang festgestellt worden, berichtet Bischofssekretär Godfrey Acaye aus Gulu. „Vor allem in der Hauptstadt Kampala.“ Aber auch in Gulu seien Unruhe und Angst groß.
Dies sei die Ursache dafür, dass eine der beiden deutschen Uganda-Freiwilligen nach Absprache mit ihren Eltern, mit der Einsatzstelle in Gulu und mit ihren Ansprechpartner:innen in Deutschland beschlossen habe, vorzeitig nach Hause zurückzukehren.
„Wir wissen, dass der Entschluss ihr nicht leicht fiel, aber wir haben volles Verständnis dafür und unterstützen die Entscheidung, denn natürlich lässt sich eine solche Gefährdungssituation nicht kontrollieren“, so Acaye. „Wir sind der Freiwilligen sehr dankbar für ihren engagierten Einsatz an der Gulu Primary School und in der gesamten Gemeinde!“
Grenze zum Nachbarland DR Kongo ist geschlossen
Uganda hat wegen des Ebola-Ausbruchs seine Grenze zum Nachbarland Demokratische Republik Kongo geschlossen. Die Maßnahme gelte zunächst für vier Wochen, teilte die Regierung mit.
In der Demokratischen Republik Kongo wurden laut WHO rund tausend Ebola-Verdachtsfälle und mindestens 220 Tote registriert. In Uganda waren es bislang sieben Infektionen, ein Mann starb.
Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der kongolesischen Provinz Ituri gemeldet worden. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon seit Monaten unentdeckt ausgebreitet. Die Weltgesundheitsorganisation rief eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite aus.