Sambia leidet unter Armut und hohen Kosten
Die Wirtschaft ist stabilisiert, die Schulden sind neu geordnet – doch viele Menschen in Sambia spüren davon wenig. Wird Präsident Hakainde Hichilema im August in eine zweite Amtszeit starten – oder kann die Opposition die allgemeine Unzufriedenheit für sich nutzen?
Gewaltfreie, friedliche und respektvolle Wahlen. Dazu riefen vor wenigen Tagen die Katholischen Bischöfe Sambias in einer Pastoralen Erklärung auf.
Anlässlich der Wahlen erinnern Bischöfe an friedliche Geschichte
An die Geschichte des Landes als „Friedensnation“ erinnernd, betonten sie laut Radio Vatikan, dass „Frieden nicht einfach die Abwesenheit von Konflikten [ist], sondern die Frucht von Gerechtigkeit, gegenseitigem Respekt und Solidarität unter den Bürgern“.
Seit 1964, seit der Unabhängigkeit des Landes, hat Sambia als eines von wenigen afrikanischen Ländern keinen Bürgerkrieg erlebt. Zwischen den politischen Parteien erfolgten jeweils friedvolle Machtwechsel.
Daran erinnern die Bischöfe in ihrer Erklärung: „Sambia hat seine Identität seit der Unabhängigkeit auf dem Frieden aufgebaut. Wir als Volk sind gesegnet, dass wir von Bürgerkriegen und massivem Blutvergießen verschont geblieben sind. Dieser Frieden ist kein Zufall; er wurde Generation für Generation aufgebaut.“
Zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 13. August wurden zwölf Kandidat:innen, darunter der amtierende Präsident Hakainde Hilchilema, zugelassen. Hichilema tritt für die United Party for National Development (UPND) zur Wiederwahl an. Sein stärkster Herausforderer ist Brian Mundubile, der von einem Bündnis oppositioneller Kräfte unterstützt wird und insbesondere um frühere Wähler:innen des ehemaligen Präsidenten Edgar Lungu wirbt.
Im Fokus: Jugend, Frauen und Landbevölkerung
Fast die Hälfte der registrierten Wähler:innen ist zwischen 18 und 35 Jahre alt. Junge Menschen, Frauen und die Landbevölkerung gehören deshalb zu den besonders umkämpften Gruppen.
Hichilema kam 2021 an die Macht und übernahm ein Land, das nach Jahren hoher Kreditaufnahme seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen konnte. Seine Regierung erreichte eine Umschuldungsvereinbarung, stellte ein Einvernehmen mit dem Internationalen Währungsfonds wieder her und führte Sambia zurück auf einen Wachstumskurs.
Auch die Landeswährung Kwacha entwickelte sich zeitweise stark. Internationale Finanzinstitutionen und Investoren bewerteten Teile der wirtschaftlichen Stabilisierung positiv.
Armut und Arbeitslosigkeit prägen den Wahlkampf
Im Alltag vieler Menschen ist die Verbesserung jedoch nur begrenzt angekommen. Hohe Lebensmittelpreise, Arbeitslosigkeit und Armut prägen den Wahlkampf. Nach Daten der Weltbank leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung von weniger als drei US-Dollar am Tag.
Eine zentrale Rolle spielt Sambias Bergbau. Das Land gehört zu den größten Kupferproduzenten Afrikas und steht damit zunehmend im Zentrum des internationalen Wettbewerbs um kritische Rohstoffe. Die Regierung will die jährliche Kupferproduktion bis 2031 gar noch steigern - und setzt dabei auf ausländische, vor allem chinesische, Investoren.