China weitet Einfluss in Afrika aus

Dr. Volker Waffenschmidt steht mit einem sambischen Arbeiter am Eingang eines Chinesischen Bergwerks in Sambia.
Chinesischer Bergbau in Sambia. © Reiser

Sambia akzeptiert erstmals chinesische Währung 

Sambia ist das erste afrikanische Land, das den chinesischen „Yuan“ offiziell akzeptiert. Der Dollar verliert damit seine bisherige Funktion als Leitwährung. Diese Entwicklung unterstreicht den wachsenden Einfluss Chinas auf dem afrikanischen Kontinent. Der hohe Kurs des Kwacha allerdings trifft auch die Arbeit der Gossner Mission. 

„Die Bank of Zambia hat vor wenigen Wochen ihre Devisenpolitik grundlegend geändert“, berichtet Dr. Volker Waffenschmidt, Afrika-Koordinator der Gossner Mission. „Ausländischen Investoren, die zunehmend aus China kommen, ist es jetzt gestattet, ihre Steuern in Yuan zahlen.“ 

Tatsächlich haben Medienberichten zufolge chinesische Bergbauunternehmen bereits damit begonnen, einen Teil ihrer Steuerverbindlichkeiten in Yuan zu begleichen, was die wachsende Rolle Chinas in Sambia widerspiegelt. China ist größter Kupferabnehmer des Landes und einer seiner größten Gläubiger. 
Im Gegenzug kann Sambia seinen Schuldendienst bei chinesischen Banken ebenfalls in Yuan abwickeln. 

Dollar verliert in Sambia an Wert und Bedeutung

Waffenschmidt: „Der Dollar verliert somit seine Funktion als Leitwährung. Man spricht in Finanzkreisen schon von einer ,De-Dollarisation´ der Wirtschaft. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend ausweiten und auch auf andere afrikanische Länder ausdehnen wird.“

Hier räche sich die gegenwärtige Politik der USA, die sich aus internationalen Verflechtungen herausziehen, China (und Russland) das Feld überlassen und eigene Interessen eher mit Sanktionen, mit Zöllen oder militärischer Gewalt verfolgen. 

China hingegen gehe „smart“ vor, mit ökonomischen Anreizen, die zwar eigenen Interessen dienen, aber auch Investitionen in den Ländern Afrikas mit sich bringen. „Dieser jüngste Schritt ist somit eine logische Folge. Auf die wirtschaftliche Einflussnahme Chinas folgt nun die finanzielle.“ 

Dass der Dollar zunehmend an Bedeutung verliert, hat jedoch negative Folgen für die Projektarbeit im Land.

Denn seit einiger Zeit und verstärkt seit Jahresbeginn verändert sich die Währungslandschaft in Sambia. Der sambische Kwacha schießt in die Höhe und gilt zurzeit als die „best performende“ Währung in Afrika. Der Kurs des Euro und des US-Dollar fällt dagegen im Vergleich rapide. 

Das hat mehrere Gründe, wie Dr. Waffenschmidt ausführt. Ein Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Sambia läuft Ende Januar aus. „Da das Land offenbar wieder kreditwürdig geworden ist, wird in nächster Zeit ,frisches´ Geld im Lande erwartet. Das fördert den Kurs des Kwacha.“

Zum anderen ist der Kupferpreis im Laufe des vergangenen Jahres auf neue Rekordhöhen gestiegen. „Sambia als zweitgrößter Kupferexporteur Afrikas profitiert enorm davon. Einer der wichtigsten Importeure sambischen Kupfers ist China, dessen Hunger nach Rohstoffen noch längst nicht gesättigt ist, sondern eher noch steigen wird.“

Extremer Kwacha-Kurs belastet Arbeit vor Ort

Die meisten Entwicklungsprojekte allerdings sind auf Euro-Basis kalkuliert. Bei weiter steigenden Kwacha-Kursen erhalten die sambischen Partnerorganisationen somit immer niedrigere Auszahlungen in ihrer Landeswährung. 

Beispiel: 10.000 Euro ergeben bei einem Kurs von 1:27 noch 270.000 Kwacha, bei 1:20 nur noch 200.000 Kwacha, also ein Viertel weniger. „Das ist erheblich, wenn die Kosten im Lande gleich bleiben bzw. inflationsbedingt sogar steigen.“ 

Dr. Waffenschmidt: „Im Moment stabilisiert sich der Kurs bei 22,6. Im Hinblick auf die Partner hoffe ich, dass der Peak schon erreicht ist. Und endlos kann der Trend sich ja auch nicht fortsetzen.“

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