Beeindruckt von großer Herzlichkeit

Herzliche Begegnung in Uganda.
Herzliche Begegnung in Uganda.

„Jugendliche“ Reisegruppe voller Begeisterung in Uganda

Faszinierende Eindrücke in Kultur, Geschichte und Landschaft Ugandas bieten die Multiplikator:innenreisen, zu denen der Norder „Freundeskreis Uganda“ alle zwei Jahre in Verbindung mit der Gossner Mission einlädt.

„Das war die beste Reise meines Lebens überhaupt!“ Da sind sich Clara (16), Rasmus (17) und Jona (17) einig. Zum ersten Mal nahmen sie an einer Begegnungsreise nach Uganda teil. Das Besondere daran? „Die persönliche Begegnung mit den Menschen, vom Bischof bis zu den ganz einfachen Leuten,“ sagt Clara. „Alle waren offen und herzlich.“ Rasmus ergänzt: „Überhaupt hat mich die Gastfreundschaft schwer beeindruckt.“ Und Jona staunt: „Ich fand es faszinierend, welch engagierte Rolle die Kirche im Norden Ugandas spielt – auch gesellschaftspolitisch angesichts so vieler Probleme!“

16-köpfige Delegation traf auch Präsident Museveni

Die drei Jugendlichen, die sich vor einem halben Jahr der Norder Partnerschaftsgruppe angeschlossen hatten, reisten gemeinsam mit einer 16-köpfigen Delegation in das ostafrikanische Land. Insgesamt war die Gruppe dieses Mal recht jugendlich: Denn im Land mit unterwegs waren die beiden Freiwilligen Ava (19) und Saron (20), die für ein Jahr im Rahmen des Weltwärts-Programms an Partner-Schulen der Gossner Mission in Norduganda im Einsatz sind.

Mitte Januar hatten in Uganda Wahlen stattgefunden. Und die Gruppe hatte sogar die Möglichkeit, dem 81-jährigen Präsidenten zu begegnen. Bei einem kirchlichen Event mit 10.000 Teilnehmenden – Jahr für Jahr wird des einst von Idi Amin ermordeten Erzbischofs Janani Loum gedacht – erschien Präsident Museveni als Ehrengast. Er hielt eine Grundsatzrede zu seiner erfolgreichen Wiederwahl und den Akzenten, die er in Zukunft besonders für den Norden Ugandas setzen werde.

Und der Norden Ugandas hat diesen Einsatz wirklich nötig: 20 Jahre lang wütete hier der Bürgerkrieg, bei dem die sog. „Lord´s Resistance Army“ Dörfer und Städte überfiel, Menschen massakrierte, kleine Jungen zu Kindersoldaten machte und Mädchen in die Prostitution zwang. Auch wenn der Terror vor zwanzig Jahren endete: Die traumatischen Folgen belasten die gesamte Region bis heute.

Ugandische Kirche will Bildung stärken

Vor diesem Hintergrund sind die Schwerpunkte verständlich, die die kirchlichen Partner des Freundeskreises und der Gossner Mission setzen: In den anglikanischen Diözesen von Gulu und Kitgum wird viel für die Bildung getan. 

„Erschütternd“ findet Mareke Kersten allerdings, dass überhaupt nur 27 Prozent der Kinder eine Grundschule besuchen, und lediglich sieben Prozent auf eine weiterführende Schule gehen. Andererseits, so die Norderin, die selbst als Lehrerin an einer Förderschule arbeitet, habe sie der Einsatz für blinde und beeinträchtigte Kinder an der kirchlichen Gulu Primary School beeindruckt. 

Freundeskreis und Gossner Mission unterstützen die Wasserversorgung dieser Schule und den Bau von Dusch- und Sanitär-Anlagen. Und sie unterstützen auch das neueste Vorhaben: den Aufbau einer „Drum and Marching Band“ als Pilot-Projekt für die ganze Diözese. 

„Dieses Projekte soll die Gemeinschaft fördern und vor allem den bildungsfernen Jugendlichen eine sinnvolle Aufgabe vermitteln“, so Godfrey Acaye, Jugendbeauftragter der Diözese. Sage und schreibe 28 Blasinstrumente brachte die deutsche Delegation nach Uganda mit; Trompeten, Posaunen, sogar zwei Euphonien und eine große Tuba waren dabei. Sie wurden gespendet von Einzelpersonen, über das landeskirchliche Posaunenwerk und den Norderneyer Posaunenchor. 

Weitere Bildungsprojekte werden von Norden und von Berlin aus unterstützt: ein kleines Ausbildungszentrum für junge Frauen in Awoo, die Kindertagesstätte in Agung und mehr. Beeindruckend auch der Youth Running Club. Der christliche Club erreicht rund 1700 Kinder und Jugendliche, jeweils in 30 Gruppen. Zum Programm gehören neben Spiel und Spaß auch diakonischer Einsatz für Ältere und Kranke, praktische Dienste auf dem Kirchengelände und gemeinschaftliche Bibelarbeiten. Viele junge Leute, die bisher der Schule fernblieben, widmen sich nun hochmotiviert ihrer eigenen Ausbildung.

Von Herzlichkeit der Gastgeber beeindruckt

Selbstverständlich nahm sich die deutsche Delegation neben den Projektbesuchen auch Zeit zum Besuch der Märkte. Die Gruppe badete bei den Aruu-Wasserfällen, spazierte durch den Botanical Garden in Entebbe und genoss die faszinierende Tierwelt Ugandas im Murchison Falls National Park. „Die faszinierenden Eindrücke werden allen Teilnehmenden in guter Erinnerung bleiben, ebenso wie das beeindruckende Engagement der ugandischen Christen und ihre Herzlichkeit“, so Dr. Helmut Kirschstein, der als Vorsitzender der Gossner Mission und des Freundeskreises auch diese neunte Begegnungsreise nach Uganda leitete. 

Die Norder Kirchenkreis-Partnerschaft besteht seit 2010. Angestoßen durch die Norder Beziehungen, ist „Uganda“ seit 2016 auch offizielles Arbeitsfeld der Gossner Mission. 

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