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Uganda: Corona in Schule erfolgreich bekämpft

Beherztes Eingreifen verhinderte Ausbreitung in den Familien

Die Corona-Pandemie schreibt viele traurigen Geschichten, aber einige erzählen auch von Mut, großer Umsicht und außerordentlichem Engagement. Eine dieser Geschichten spielt in unserer Partnerschule in Kitgum im Norden Ugandas, im „YY Okot Memorial College“. 19 Mädchen im Internat wurden positiv getestet – und statt sie nach Hause in die beengten Wohnverhältnisse ihrer Großfamilien zu schicken, organisierte Schulleiterin Gladys Oyat eine Quarantäne-Einrichtung in der Schule – und sorgte für Essen und seelsorgerliche Betreuung der Kinder. Die LehrerInnen machten mit – unter Einsatz der eigenen Gesundheit. „Der Vorfall hat uns noch einmal deutlich gemacht, wie brisant die Situation ist und wie schnell auch wir von der Pandemie betroffen sein können“, so Gladys Oyat.


Hier die Langfassung der Geschichte:

Kaum hatte unsere Partnerschule in Kitgum im Norden Ugandas (YY Okot Memorial College) die Tore für den Schulbetrieb wieder öffnen dürfen, wurden im Mädcheninternat einige Schülerinnen positiv getestet. 19 Betroffene wurden insgesamt ermittelt. Da sie weitgehend ohne Auffälligkeiten waren, sollten sie auf behördliche Anordnung in häusliche Quarantäne geschickt werden. Aber: Zu Hause gibt es keine Quarantänemöglichkeiten. Wer die beengten Verhältnisse in den meisten Großfamilien Ugandas kennt – keine Einzelzimmer und kaum die notwendige Hygiene –, ahnt die Not der Mädchen. Ihr Zuhause ist das Internat.

Somit galt es, in der Schule eine Quarantäneeinrichtung zu schaffen und freiwillige Lehrkräfte zu finden, die – unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit – die Mädchen mit dem Notwendigen versorgen sollten: mit Essen, Hygiene, Zuspruch. „Es war eine schwere Herausforderung für mich als Verantwortliche, mehr noch für die Freiwilligen, die den Extra-Dienst übernommen hatten“, berichtet Gladys Oyat, die Schulleiterin.

Inzwischen hat sich die Lage wieder normalisiert. Keines der Mädchen, auch keine der Lehrkräfte ist in Gefahr. Ein WHO-Team besuchte zwischenzeitlich die Schule und war hoch erfreut über die Sorgfalt beim Umgang mit der Situation. „Aber der Vorfall hat uns noch einmal deutlich gemacht, wie brisant die Situation ist und wie schnell auch wir von dieser Pandemie betroffen sein können“, atmet Gladys Oyat einigermaßen erleichtert auf. Die Sorge bleibt, die Vorsicht auch. Jetzt mehr noch als zuvor.
(Berlin, 27.04.2021)

Fotos:
- Schulleiterin Gladys Oyat (Foto: Christian Reiser)
- eine Klasse der Mädchenschule in Kitgum (Foto: privat)


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