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Pilotprojekt: Bienen schützen Menschen und Dörfer

Ziel: Friedliches Miteinander von Bauern, Bienen und Elefanten

Im Sommer wird es gefährlich für die Menschen in der Region Agung in Uganda. Der Mais blüht, die Bananenstauden reifen, Kartoffeln und Bohnen können geerntet werden. Doch nicht nur die Familien freuen sich auf die Ernte – der Geruch zieht auch die Elefanten an. Sie zerstören Felder, reißen Vorratsgebäude ein – und trampeln jeden nieder, der sich ihnen in den Weg stellen will. „Wenn Elefanten Hunger haben, sind sie unberechenbar“, das weiß man in Agung. Die Gossner Mission will Menschen und Natur schützen – und hat daher ein Pilotprojekt initiiert, das dank zahlreicher Spenden nun starten konnte. Erster Schritt: Bienen ansiedeln und Elefanten vertreiben.


Ernährung sichern, Menschen und Dörfer schützen, zum Erhalt der Schöpfung beitragen: All das soll das neue Pilotprojekt im Norden Ugandas bewirken. Zum Hintergrund: Viele Bauern leiden darunter, dass Felder und Häuser immer wieder von Elefanten heimgesucht werden. Denn die Zahl der Tiere im nahe gelegenen Murchison-Falls-Nationalpark wächst und wächst. Immer öfter kommt es vor, dass Elefanten auf der Suche nach Futter über die Grenzen des Nationalparks hinaus streifen – und in die Dörfer eindringen.

Gemeinsam mit den örtlichen Kirchengemeinden und der Gossner Mission haben die Bauern einen Plan entwickelt, um wieder sicher leben zu können: Rund um die Felder wollen sie Bienenvölker ansiedeln, um die Elefanten zu vertreiben. Denn: Elefanten fürchten sich vor Bienen.

Anfang Juni ist das Projekt gestartet. Zunächst konnten rund 400 traditionelle Bienenstöcke gekauft werden. Dabei handelt es sich um ausgehöhlte Baumstamm-Abschnitte, die meist an Ästen befestigt werden. Viele weitere, auch moderne, Bienenstöcke sollen folgen. Wie dringend diese Maßnahme ist, zeigt eine Nachricht von Projektleiter Kenneth Oyet aus Agung. Über die jüngsten Elefantenattacken schreibt er im Juli:

„Kurz hintereinander kam es im Gebiet von Agung zu zwei Überfällen. In Koch Lii hat eine Herde von etwa 20 Tieren 200 Felder zerstört. In Amuru wurde eine Frau in ihrem Garten getötet, als sie versuchte, drei Elefanten zu verjagen. Der Ehemann überlebte, liegt aber mit Knochenbrüchen im Krankenhaus. Eine schlimme Erfahrung! Wir bitten Gott, dass das Bienenprojekt eine erfolgreiche Maßnahme gegen diese Invasion der Elefanten bieten möge.“

Neben dem Schutz der Dörfer sind mit dem Projekt weitere Erwartungen verknüpft. Die Bauern hoffen, dass die Bienenhaltung zu besserer Bestäubung der Nutzpflanzen führt – und somit die Ernte-Erträge steigert. Auch die Qualität der Ernte wird verbessert. Das kommt allen Familien in der Region zugute. Auch können die Bauern künftig Honig und Wachs verkaufen, wodurch sie sich ein zweites Standbein aufbauen und ihre Einkünfte verbessern können. 

Nächste Schritte: Fortbildung weiterer Bauern in Bienenhaltung (u.a. durch BeraterInnen des Departments of Animal Health and Entomology im Landwirtschaftsministerium), Gründung einer Kooperative zur Verarbeitung und Vermarktung von Honig und Wachs, Aufbau eines Spar- und Kreditfonds, damit später weitere Bienenstöcke finanziert und weitere Bauern in die Kooperative aufgenommen werden können.

Afrika-Koordinator Dr. Volker Waffenschmidt (Foto): „Wir wollen die Menschen schützen und stärken – und zugleich zum Erhalt der Schöpfung beitragen: Die Elefanten kehren zurück in den Nationalpark – und mehr Bienenvölker führen zu größerer Artenvielfalt.“
(Berlin, 4.08.2021)

Unser Spendenkonto:
Gossner Mission
Evangelische Bank IBAN: DE35 5206 0410 0003 9014 91
Kennwort: Uganda – Bienen

Hier können Sie sicher online spenden >>

(Fotos: Dr. Helmut Kirschstein, Jutta Klimmt) 


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