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Nepal: Hilfe für die Flutopfer ist gestartet

Schwerste Überschwemmungen seit mehr als 60 Jahren

Zweieinhalb Jahre nach den schweren Erdbeben von 2015 ist erneut eine Naturkatastrophe über Nepal hereingebrochen: Nach tagelangen heftigen Monsunregen kam es zu großflächigen Überschwemmungen und Erdrutschen in verschiedenen Teilen des Landes, die viele Hektar Land – gerade in den Himalaya-Regionen – unbetretbar gemacht haben. 150  Menschen starben, weitere sind vermisst. 65.000 Familien wurden obdachlos, 450.000 Menschen sind insgesamt betroffen. Noch immer stehen Felder, Straßen und Gebäude  unter Wasser; Ernten sind vernichtet, Elektroleitungen, Wasser- und Transportwege zerstört. Die United Mission to Nepal (UMN), unser Partner in Nepal, hilft vor Ort und ruft zu Spenden und zum Gebet auf.


„Es regnete und regnete, tagelang, wochenlang, ohne Unterlass“, schildert der 84-jährige Bhadralal Chaudhary aus dem Terai-Gebiet seine Eindrücke. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ging weit über jeden bisherigen Monsun hinaus.“

In der Tat soll es sich um die schlimmsten Monsunregenfälle seit mehr als 60 Jahren gehandelt haben. Das Tiefland des Terai wurde dabei besonders hart getroffen: Experten gehen davon aus, dass dort etwa 80 Prozent der Fläche überflutet sind. Aber auch in den Bergen mussten Tausende  ihre Dörfer verlassen – nur mit dem ausgestattet, was sie auf dem Leib trugen; zumeist ohne Zugang zu Essen oder sauberem Trinkwasser. In selbst errichteten, provisorischen Unterkünften warten sie nun auf Hilfe. Insgesamt sind 35 der 75 nepalesischen Distrikte in Mitleidenschaft gezogen.
 
Viele Menschen haben alles oder fast alles verloren: Häuser, Felder und Ernten wurden zerstört. Die Familie von Bhadralal Chaudhary ist verzweifelt: Essensvorräte, Kleidung, Saatgut – all das blieb zurück in ihrem Lehmhaus, das bald darauf zusammenbrach. „Als nachts plötzlich Wasser ins Haus eindrang, haben wir nur das Nötigste zusammengerafft und sind in Panik geflohen“, sagt auch Maya Purna aus Rupandehi. „Wir haben nichts zu essen und nirgendwo gibt es einen trockenen Fleck für uns“, klagt die dreifache Mutter, die sich nun um die Kinder und ihre betagten Eltern sorgt.

Aber auch viele Menschen, die in den eigenen vier Wänden bleiben konnten, sind auf Hilfe angewiesen. Lebensmittel gehen zur Neige, sauberes Trinkwasser ist knapp. Der öffentliche Verkehr ist lahmgelegt; viele Schulen bleiben geschlossen.

In dieser Situation wurde die UMN von staatlicher Seite um Unterstützung für die Betroffenen gebeten. Vor wenigen Tagen bereits konnte sie die ersten Hilfspakete aushändigen.

Zurzeit sieht die UMN vor, sich in vier Distrikten, in denen sie schon vor der Flut mit lokalen Partnern zusammen arbeitete, für eine begrenzte Zeit zu engagieren. Zunächst ist ein auf zwei Monate festgelegter Hilfseinsatz geplant. Die UMN-Soforthilfe umfasst Lebensmittelpakete für die betroffenen Familien sowie Hygiene-Artikel, Küchengeschirr, Moskitonetze und Zeltplanen. „Um Zeit zu sparen und nicht unnötigerweise Wege zu nutzen, die zurzeit ein Risiko darstellen, sollen alle Hilfsgüter möglichst vor Ort erworben werden“, betont Einsatzleiter Bibhu Singh. „Auch wollen wir - ähnlich wie nach den Erdbeben von 2015 - auf das Wissen und die Kenntnisse unserer Partner vor Ort zurückgreifen.“

UMN und Gossner Mission bitten darum, die Opfer der Überschwemmungen sowie die HelferInnen ins Gebet einzuschließen.

Spenden für die Flutopfer sind erbeten auf das Spendenkonto der Gossner Mission.


Unser Spendenkonto:
Gossner Mission
Evangelische Bank
IBAN: DE35 5206 0410 0003 9014 91
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort Nepalhilfe

Hier können Sie sicher online spenden >>

Zu den Fotos:
1) Nirgendwo ein trockener Fleck! Die Lehmhäuser der Menschen sind von Wasser umspült.
2) Die Soforthilfe ist angelaufen.
(Fotos: UMN)



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