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Nepal: Corona-Zahlen explodieren

Krankenhaus Chaurjahari bis auf letzten Platz gefüllt

Die neue Pandemie-Welle überrollt nun auch Nepal. „Die Zahlen explodieren“, sagt Kapil Sharma, Geschäftsführer der Krankenhaus-Trägergesellschaft HDCS. Vor allem in Kathmandu und in den Orten an der nepalisch-indischen Grenze ist die Situation dramatisch. Aber auch das Hospital Chaurjahari in den Bergen, das zu HDCS gehört, ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. „Täglich kommen bis zu 300 Patienten, von denen viele über Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen klagen. Wie soll man ohne ausreichende Testmöglichkeiten die Corona-Infizierten herausfinden? Ein Drahtseilakt!“, betont Sharma. Insgesamt habe sich die Zahl der Menschen in den Krankenhäusern in den letzten beiden Wochen versiebenfacht – und die Zahl derer, die ein Beatmungsgerät brauchen, verfünffacht. Erneut wurde in vielen Distrikten ein Lockdown ausgerufen.


„Niemand weiß, wie hoch die Zahl der Infizierten in Nepal wirklich ist“, sagt Kapil Sharma, Geschäftsführer der Krankenhaus-Trägergesellschaft HDCS. Es gebe einfach zu wenig zu Tests. Nur in den großen staatlichen Krankenhäusern in den Städten sei Testmaterial verfügbar. Und Privatpersonen, die sich testen wollen, müssen die Tests – wenn es denn in den Städten welchen gibt – selbst kaufen und bezahlen. „Das kann sich kaum jemand leisten.“

Zumal ohnehin Hunderttausende in Nepal zurzeit ohne Einkommen sind. Der Tourismus ist zusammengebrochen; die Gelder, die normalerweise von den vielen MigrantInnen nach Hause überwiesen werden, fehlen zurzeit in den Familien. Nepal steckt in einer Wirtschaftskrise. Gerade in den entlegenen Bergdörfern, aus denen früher viele Wanderarbeiter ins Ausland aufgebrochen sind, um ihre Familien daheim ernähren zu können, hat sich die Armut weiter verschärft. Die Mangelernährung wiederum führt dazu, dass die Menschen nun noch anfälliger für Krankheiten sind.

So ist das Krankenhaus Chaurjahari zurzeit bis auf den letzten Platz gefüllt – mit Corona-Patienten und mit anderen Patienten. „Wenn die Menschen zu uns kommen, viele davon mit Fieber, wissen wir oft nicht, ob sie an Covid-19 erkrankt sind, denn wir können sie nicht testen. Die Situation ist schwierig“, so Sharma. Zwar habe das Chaurjahari-Team bislang rund 600 Menschen gegen Corona impfen können, aber das sei längst nicht ausreichend.

Infolge der angespannten Lage in den Dörfern sind nun noch mehr Menschen auf den Charity Fonds des Krankenhauses angewiesen, wenn sie behandelt werden wollen. Zudem gehen weiterhin Teams des Krankenhauses in die Gemeinden, um über Corona aufzuklären, um Ansprechpartner bei gesundheitlichen und psychischen Problemen zu sein, um auch Lebensmittel und Hygiene-Materialien zu verteilen. „Das alles geht nur dank der vielen Spenden! Herzlichen Dank allen, die uns unterstützen!“
(Berlin, 2.05.2021)

Hier können Sie das Krankenhaus Chaurjahari unterstützen >>

Fotos:
- Bis auf den letzten Platz belegt: Sogar auf dem Boden warten Menschen auf Behandlung.
- Fieber messen am Eingang des Krankenhauses Chaurjahari.
(Fotos: HDCS)



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