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Jubiläum: Delegation besucht Nordwest-Kirche

Wiedervereinigung oder friedliche Koexistenz?

100 Jahre Autonomie der indischen Gossner Kirche – ein Anlass zum Feiern. Bevor jedoch die Gossner Kirche im Oktober dieses Jubiläum in Ranchi begeht, lädt die von ihr abgespaltene Nordwest-Gossner Kirche zu Festivitäten am Gründungstag 10. Juli ein. Auf ihre Einladung hin hat die Gossner Mission eine Delegation entsandt, die vom stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden, Superintendent Dr. Helmut Kirschstein aus Norden, sowie Pfarrer i. R. Michael Heß aus Westfalen geleitet wird. „Wir wollen mit der Nordwest-Kirche feiern“, betont Dr. Kirschstein, aber die Frage der Versöhnung werden wir natürlich nicht unerwähnt lassen.“

Am 13. Januar 1977 spaltete sich die Nordwest-Diözese von der Gossner Kirche ab – und ernannte sich selbst zur „Nordwest- Gossner Kirche“. Seit dieser Zeit gab es eine Reihe von Versöhnungs- und Wiedervereinigungsversuchen. Doch nun, im Juli 2019, begeht die Nordwest-Kirche ihre eigenen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Autonomie.

Alle früheren Versöhnungsversuche kamen über freundliche Gesten nicht hinaus. Schwierig zu klären sind die Struktur- und die Eigentumsfragen und die damit zusammenhängenden juristischen Auseinandersetzungen. In 19 Gerichtsverfahren streiten die beiden Kirchen um Gebäude und Land. In der Regel verliert die Nordwest-Kirche die Verfahren – und geht darauf in die höhere Instanz. Diese Verfahren sind für beide Kirchen inzwischen eine große Belastung.

Die gut organisierte Nordwest-Kirche hat mittlerweile 770 Gemeinden mit mehr als 127.000 Mitgliedern. Doch die internationalen und die indischen Kirchenbünde erkennen die Nordwest-Kirche nicht als Kirche an – auch wegen des Widerstandes der Gossner Kirche nicht.

Der Leitende Bischof der Gossner Kirche, Johan Dang, ist weiter optimistisch, dass es bald zu einer Wiedervereinigung kommen könnte. Doch die Nordwest-Kirche strebt zurzeit nur eine friedliche Koexistenz an. „Eine Chance zur Wiedervereinigung sieht sie, wenn überhaupt, in weiter Zukunft“, betont Direktor Christian Reiser. „Ihre Vorstellung ist denn auch eher die einer Gemeinschaft (Fellowship) der Gossner Kirchen: eine Gossner-Kirchen-Familie.“

Superintendent Dr. Helmut Kirschstein (Foto), der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Gossner Mission ist, bricht Anfang Juli mit einer kleinen Delegation zu den Feierlichkeiten am eigentlichen Jubiläumstag am 10. Juli nach Indien auf.

Hier finden Sie Auszüge aus dem Grußwort Dr. Kirschsteins für die Nordwest-Gossner Kirche (PDF) >>










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