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Internationaler Online-Treff thematisiert Corona-Folgen

Krise führt zu Armut, Gewalt und Missbrauch

Häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Teenager-Schwangerschaften: Die Folgen der Corona-Pandemie gehen über Arbeitslosigkeit, Armut und Wirtschaftskrisen hinaus. „Die Schulen sind seit März geschlossen – und die Kinder immer zu Hause!“, betont etwa Bischof Wilson Kitara aus Uganda. „Es sind die Kinder, die leiden!“ Armut und Hoffnungslosigkeit führten immer wieder zu häuslichen Gewaltausbrüchen. Eine Erfahrung – die auch in Indien, Nepal und Sambia gemacht wird. Darüber berichten Partner der Gossner Mission in einer Online-Konferenz, zu der die Gossner Mission erstmals eingeladen hatte. Thema: „Die Folgen der Corona-Pandemie“.


„Corona und vor allem der Lockdown haben die Menschen in Uganda hart getroffen“, stimmt Diözesansekretär Patrick Lumumba dem Bischof aus Kitgum zu. Noch immer seien viele ohne Arbeit – und natürlich ohne Sozialversicherung. „Wenn aber die Familien nichts zu essen haben, wenn sie Hunger leiden, dann fällt es ihnen schwer, in Frieden zu leben.“ Die beiden Gesprächspartner aus Uganda sind sich einig, dass Seelsorge, Gottesdienste und Gemeindearbeit nun besonders wichtig sind. „Die Kirche ist jetzt gefordert!“

Auch aus anderen Gründen ist Kirche weltweit jetzt besonders gefragt, an der Seite der Menschen zu stehen. In Indien steigt die Zahl der Corona-Infizierten rasant an, ebenso wie in Uganda. „In den Dörfern sterben die Menschen!“, so Bischof Wilson Kitara verzweifelt. Oft wisse man nicht, woran sie sterben – an Corona oder an anderen Krankheiten, denn Tests seien teuer und dauerten zu lange. „Und die Gesundheitsstationen sind zu weit entfernt oder sie schicken die Kranken wieder nach Hause, weil ihre Kapazitäten nicht ausreichen.“

Mable Sichali von der United Church of Zambia (UCZ) berichtet von ähnlichen Problemen und von großer Unsicherheit im Land. Hinzu kommen in Sambia die schwierige Wirtschaftslage und die Inflation. Dank der Unterstützung durch den Gossner-Nothilfefonds habe die UCZ jedoch viele Familien unterstützen und Aufklärungsarbeit betreiben können.

Auch in Nepal konnte die Gossner Mission helfen. So errichtete etwa das Krankenhaus Chaurjahari ein komplett neues  Isolationsgebäude für Covid-19-Patienten; es stellte zusätzliches Personal ein und verteilte Lebensmittel und Hygiene-Artikel. An der Seite der Bedürftigen sehen sich auch die Gossner Kirche und der YMCA Ranchi in Indien. Auch sie haben mit Gossner-Unterstützung Lebensmittelpakete verteilen können.

Die Krise hat Kirchen und Organisationen jedoch auch selbst getroffen. Kollekten fallen aus, auf Mieteinnahmen und Schulgebühren muss verzichtet werden. „Es fällt uns schwer, Gehälter zu zahlen“, sagt Bischof Johan DangKapil Sharma, Direktor der Partnerorganisation HDCS aus Nepal, weist darauf hin, dass die Pflegekräfte in den Einrichtungen oft Tag und Nacht im Dienst sind, aber sogar bereit seien, ohne Gehaltszahlung zu arbeiten. So sieht er in der Krise auch Positives: „In dieser Situation können wir beweisen, dass wir Christen das Salz und Licht der Erde sind.“

Über ihren Corona-Nothilfefonds unterstützt die Gossner Mission weiterhin ihre weltweiten Partner.

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(Berlin, 1.12.2020)

Fotos: 
- Mittschnitt der Online-Konferenz
- Direktor Christian Reiser moderiert den Online-Talk.







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