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Indien: Corona-Lage leicht entspannt

Herausforderung für die Gossner Kirche: Armut bekämpfen

In Ranchi im indischen Bundesstaat Jharkhand hat sich die Corona-Situation etwas entspannt. „Der Höhepunkt der Welle ist vorbei“, sagt Mukut Bodra, Mitarbeiter der Gossner Mission in Indien. „Die Todesnachrichten und Infektionszahlen in Indien gehen zurück – auch hier bei uns in Ranchi.“ Doch die nächste Herausforderung warte schon auf die Gossner Kirche: “Menschen mit geringem Einkommen wie zum Beispiel die Tagelöhner, haben im Lockdown keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Hier ist die Kirche gefragt.” Bereits jetzt gehen – trotz der Pandemie – kleine Gruppen durch die Straßen der Stadt und der Dörfer, um Not leidende Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.


Während Deutschland dem Besuch im Biergarten entgegenfiebert, ächzt Indien noch immer unter einem harten Lockdown. Im Mai war die Zahl der Corona-Toten in die Höhe geschnellt. Nicht nur in Neu-Delhi, sondern auch in anderen Teilen des Landes – und zuletzt auch in den ländlichen Regionen. „Alle Krankenhäuser waren komplett überfüllt“, so Mukut Bodra, Mitarbeiter der Gossner Mission in Indien. “Viele haben ihre Liebsten verloren; auch in der Gossner Kirche. Unter den Verstorbenen sind Pastoren und Mitarbeitende in wichtigen Positionen. Es war eine harte Zeit für die Menschen hier.“ Nun scheine sich die Situation zu entspannen: „Gestern las ich in der Zeitung, dass rund 70 Prozent der COVID- Betten in den Krankenhäusern frei sind.“

Schwierig bleibt die Lage dennoch. Auch für die Menschen in der Gossner Kirche. In Ranchi lädt die Gemeinde jeden Sonntag zu fünf Gottesdiensten ein; morgens um sechs startet der erste. Doch im Lockdown sind Gottesdienste verboten. Sie finden nun online statt: Über YouTube erreicht die Ranchi-Gemeinde regelmäßig etwa 5000 Menschen. Kontakte laufen über Telefon und WhatsApp. Trotzdem: „Die Angst vor dem Virus lähmt das Gemeindeleben.“ Zudem stelle sich die Situation auf den Dörfern gänzlich anders da:  „Ohne Internet und ohne Smartphone!“

Die Verantwortlichen versuchen dennoch, den Notleidenden zur Seite zu stehen. Kleine Gruppen sind unterwegs, um Nahrungsmittel und Medizin zu bedürftigen Familien zu bringen. Und viele Gemeindemitglieder sind organisiert im Gebet für andere. „Wenn ich mit Menschen aus der Gemeinde telefoniere oder mich Nachrichten aus Deutschland erreichen, spüre ich trotz allen Leids: Die Hoffnung überwiegt. Wir glauben an das Evangelium von Jesus Christus, und deshalb sollte das auch die Arbeit der Kirche ausmachen: Hoffnung vermitteln. Nach jeder Nacht kommt ein neuer Morgen. Ich habe Hoffnung und viele andere auch.“
(Berlin, 1.06.2021)

Fotos:
- Rikscha-Fahrer in Ranchi wartet auf Fahrgäste. (Foto: Mukut Bodra)
- Mukut Bodra (Foto: Gerd Herzog)

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