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Gwembe-Tal: Kaluli Development Foundation (KDF)

Bildung, Frauenförderung, Landwirtschaft

Die Arbeit des heutigen Gossner-Partners KDF geht auf das 1969 entstandene Gwembe-Projekt der Gossner Mission zurück. Der Sambesi als der größte Fluss im
südlichen Afrika bildet die Grenze zwischen Sambia und seinem südlichen Nachbarn Simbabwe. In den Jahren 1955 bis 1959 entstand hier der Kariba-Staudamm und damit einer der größten Stauseen der Welt. Infolge der Flutungen verloren etwa 55.000 Menschen beiderseits des Flusses ihre Heimat. In dieser Situation trat 1969 der erste Präsident der jungen Republik Sambia, Dr. Kenneth Kaunda, mit der Bitte um Hilfe an die Gossner Mission heran.

Weitgehend planlos waren auf sambischer Seite  32.000 Tonga zwangsumgesiedelt worfen. Sie verloren ihre Lebensgrundlage am Sambesi und mussten sich in einer neuen Umgebung im höher gelegenen Gwembe-Tal neu zurechtfinden. Unter den ungewohnten Bedingungen (Boden, Klima, ansässige Bevölkerung) kam es zu Missernten und sozialen Spannungen.

Aus den ersten Kontakten zur sambischen Regierung entstand in kurzer Zeit das Gwembe South Development Project (GSDP), in das über viele Jahre hin engagierte Fachkräfte der Gossner Mission entsandt wurden. Der Schwerpunkt der Arbeit lag dabei vor allem im Bereich der Landwirtschaft zur Ernährungssicherung. Schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen, Erosionsbekämpfung und kleinteiliger Bewässerungslandbau mit Kleindämmen und Kanälen waren einige der Schwerpunkte in diesen Jahren. Hinzu kam die Förderung von Einkommen schaffenden Maßnahmen, Kleingewerbeförderung und die Gleichstellung von Männern und Frauen.

1998, nach fast 30-jähriger unmittelbarer Leitung des Projektes, schien die Zeit gekommen, die Geschäfte an einen einheimischen Träger zu übergeben. Es wurde die Kaluli Development Foundation (KDF) gegründet, die von einem Aufsichtsrat (Board) kontrolliert und von einem angestellten Manager geleitet wird.

Ziel der neuen Organisation ist es nach wie vor, die Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung auf vielerlei Art zu verbessern. Zurzeit engagiert sich KDF weiterhin auf dem traditionellen Gebiet der Landwirtschaft. Daneben gibt es den Schwerpunkt Frauenförderung, der ebenfalls von der Gossner Mission mitgetragen wird.

KDF hat einen guten Ruf in der Provinz und steht auf soliden Füßen. Das ermöglicht auch eine Ausweitung des Engagements über die klassischen Projekte hinaus, etwa im Bereich der Lobby- und Kampagnenarbeit. Eine Notwendigkeit dazu ergibt sich zum Beispiel aus dem zunehmenden Einfluss ausländischer Investoren im Projektgebiet, vor allem fernöstlicher Minengesellschaften, die seit der Jahrhundertwende massiv im Kohlebergbau aktiv sind. Die sich daraus ergebenden ökologischen Probleme (Emissionen, Wasserverschmutzung, Abholzung) sowie sozialen Konflikte (Ausbeutung, Gesundheitsrisiken) verlangen geradezu nach einem starken Engagement von Organisationen wie KDF. Auch hier steht die Gossner Mission ihrem Partner mit Rat, Tat und Mitteln bei der Seite.

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Fotos:
Dr. Kenneth Kaunda und Missionsdirektor Christian Berg.
Frauen im Gwembe-Tal.

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