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Herzlich Willkommen in meinem Reiseblog
 
 
Liebe Gossner-Freunde,

rund zehn Tage lang werde ich unsere Partnerkirche in Indien, die Gossner Kirche, besuchen. Es handelt sich um einen Arbeitsbesuch – und trotzdem wird sicherlich Zeit sein, interessante Eindrücke und Neuigkeiten aufzunehmen. Begleiten Sie mich doch einfach. Ich freue mich schon auf Ihre Rückmeldungen.

Ihr
Ulrich Schöntube
 
 

Delhi, 14.01. - Incredible India

Da war er wieder der Slogan. Indiens Werbespruch, der sich über all findet, sogar auf der Zollerklärung, die man bei der Einreise ausfüllen muss: "Unglaubliches Indien".

Genau so ging es los. Als ich nach eine guten Landung in Delhi weiterfliegen wollte, erfuhr ich nach einer Stunde Wartens in einer tumultigen Menge, dass der Inlandsflug mit Air India gestrichen wurde. Keine Zeit, Streik der Piloten. Air India hat, wie ich später erfuhr seit November keine Löhne mehr ausgezahlt. Ein Wunder, dass Sie überhaupt von Frankfurt nach Delhi geflogen sind.

Nun versuchte ich bei einer anderen Fluggesellschaft unterzukommen und den Betrag des Tickets zu übertragen. Kein leichtes unterfangen, da auch die anderen Passagiere Ranchi-Maschine, ausgerechnet dasselbe wollten. Drei Stunden lang harrte ich aus erst bei Jetairways, dann bei Kingfisher. Ich diskutierte, ich echauffierte mich, drängelte an vollen Schalter versuchte den naiven Ausländerbonus zu spielen. Ohne Erfolg. Keines der zehn verfügbaren Tickets ging an mich. Fast wäre es handgreiflich geworden zwischen den drängelnden und schimpfenden Männern. Vielleicht entstand die friedvolle Philosophie Gandhis nicht ohne Grund ausgerechnet hier, als eine Sehnsucht eines doch recht gewaltvollen Alltags. Auch ich war angesichts meines Scheiterns gar nicht mehr friedfertig, zumal ich den ganzen Tag noch nichts gegessen und getrunken hatte.

Schließlich kam eine rettende Nachricht aus Ranchi. Unser Liaison Officer Alex Nitschke (Foto 1) hatte das letzte Ticket einer neuen kleinen Gesellschaft aufgetan und gebucht. So konnte ich abends doch noch fliegen. Ziemlich abgekämpft kam ich in Ranchi an. In meinem Quartier, dem Lal Bangalow, (Foto 2) begrüßte mich Familie Matho und Hartmut Grosch. Unser Kantor aus Rheinberg ist gerade auf Einladung der Gossner Kirche hier, um kirchenmusikalische Kurse durchzuführen. Matho kochte erst einmal einen Tee. Das weckte die Lebensgeister, um Ihnen zu schreiben.
Bis bald!