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Die Gesellschaftsbezogenen Dienste

Kirchengemeinden in Transformation - Kirchengemeinden in Solidarität

Die Verbindung von Glauben und sozialem Engagement im eigenen Land – das lag und liegt der Gossner Mission immer am Herzen. Es ist ihr hervorstechendes Merkmal im Vergleich zu den anderen Missionswerken. Für die Gossner Mission ist dies ein eigenes, inländisches, Arbeitsgebiet – neben Indien, Nepal, Sambia und, seit 2016, Uganda. Es heißt „Gesellschaftsbezogene Dienste“ und zeigt die Überzeugung der Gossner Mission, „dass durch solidarisches Handeln mit den Unterdrückten - in diesem Fall in Deutschland - der Glauben dauernd herausgefordert und die Kirche erneuert wird.“

Im Jahr 2016 entschied der Ausschuss „Gesellschaftsbezogene Dienste“ der Gossner Mission, diese Aufgabe neu auszurichten. Dabei wurde ein Schlüsselwort der ökumenischen Bewegung, aus der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan aufgegriffen: Transformation. Angesichts von grassierender Umweltzerstörung und einer Weltwirtschaft, die Ungleichheit und Armut im Norden wie im Süden verschärft, ruft die weltweite Kirche in seinem Beschluss zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens auf, auf dem wir uns verwandeln lassen und auf dem sich die Transformation der ungerechten Weltverhältnisse ereignet.

Unter dem Namen „Gemeinden in Transformation – auf dem Weg zu einer Kirche mit Anderen“ will der Ausschuss der Gossner Mission das alte Anliegen aktualisieren und sich der Frage stellen: Was heißt dieser Weg der Transformation für Kirchengemeinden? Was passiert in einer Kirchengemeinde, die ihre Türen öffnet für Solidarität mit den Menschen in ihrer Umgebung, die sich öffnen für die sozialen Probleme in ihrem Umfeld? Was verändert sich in ihren Räumen? Im Personaleinsatz? In der Zusammenstellung des Kirchenvorstandes? Im Umgang mit Geld? In der Theologie? Im Gottesdienst? Dabei können die Zusammenhänge, in denen die Kirchengemeinden leben und die sie zur Öffnung bewegen ganz verschieden sein: Die Kluft zwischen arm und reich, Flüchtlinge, das Bemühen um faire Wirtschaftsbeziehungen, aber auch fehlende Mobilität im ländlichen Bereich, Einsamkeit oder andere Formen der materiellen und geistigen Bedrängnis.

Um Veränderungsprozesse in Kirchengemeinden zu stärken, hat sich der Ausschuss zu der Arbeitsgruppe „Gemeinden in Transformation“ umgeformt. Er lädt Menschen aus „Gemeinden auf dem Weg“ zu einem gegenseitigen Austausch ein. Ein wichtiger Bestandteil der Treffen ist dabei gegenseitiger Austausch, ein aufeinander Hören und kollegiale Beratung. Es geht darum, den kleinen, realen Schritten der Verwandlung auf die Spur zu kommen, diese zu benennen und ihnen auf diese Weise Gewicht zu geben. Diese kleinen Schritte stehen nicht Widerspruch, sondern Teil des weiten Horizonts einer sich wandelnden Kirche, die sich angesichts ungerechter Verteilung von Gütern und Lebenschancen zu Wort meldet und in ihren Räumen und Institutionen auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens vorangeht.

Das Anliegen, Solidarität und Gemeinschaft vor Ort zu stärken, hat eine große politische Bedeutung. Insbesondere in einer Zeit der Globalisierung, in der viele Menschen verunsichert sind und die vorhandenen Bindungen für eine Identität jenseits aggressiver Abgrenzung von Anderen oft nicht ausreichen. Reale Not, ob materiell oder geistig oder beides in einem, fragt nach konkreten Schritten gelebter Solidarität. Insofern ist das Anliegen der Arbeitsgruppe auch eine Antwort auf die Spaltung unserer Gesellschaft und die zunehmende Radikalisierung der politischen Diskussion.

Wir suchen das Gespräch mit Frauen und Männern, die in ihrer Kirchengemeinde Türen öffnen und Formen von Solidarität erproben. Unsere Einladung gilt nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrern, sondern auch Küster/innen, Frauen und Männern, die im Kirchenvorstand aktiv sind, oder Jugendlichen, die sich in ihrer Gemeinde für mehr Solidarität engagieren.

In dieser ersten Phase liegt der Schwerpunkt auf Wahrnehmung, Beschreibung und gegenseitiger Beratung. Vielleicht kommen wir auf Basis der Wahrnehmung und Beschreibung der realen Prozesse zu Formen der Unterstützung? Wir können Beratung anbieten für Menschen, die sich auf diesen Weg machen wollen. Wir hoffen, in der Zukunft junge Menschen als Botschafter aussenden zu können, um Kirchengemeinden in Transformation zu unterstützen. Vieles mehr ist möglich. Der Horizont ist weit; die Aufgabe ist groß: Wir laden Sie ein, mitzumachen.

Wenn Sie Interesse an diesem Projekt haben, melden Sie sich einfach bei uns!

Christian Reiser und Gerard Minnaard